top of page

Nervensystem & Resilienz


Warum Sicherheit wichtiger ist als Vorsätze und

wie Yoga & Tanz uns dabei unterstützen


Bist du gut ins neue Jahr gestartet? Hast du dir neue Vorsätze ausgedacht? Statistisch gesehen werden die meisten Neujahrsvorsätze bereits nach etwa zwei Wochen wieder über Bord geworfen. Nicht, weil wir «zu wenig Disziplin“ hätten, sondern weil Vorsätze oft gegen unser Nervensystem arbeiten.


Somit ist der Jahresbeginn oft mit viel Druck verbunden. Neue Vorsätze, neue Ziele, neue To-do-Listen, Detox, Gewichtsverlust, «jetzt aber wirklich».


Und doch spüren viele von uns: Das Nervensystem sehnt sich nicht nach mehr Druck, sondern nach Sicherheit.



Sympathikus & Parasympathikus :: ein sensibles Zusammenspiel

Unser autonomes Nervensystem besteht aus zwei Hauptanteilen:

Dem Sympathikus: zuständig für Aktivierung, Leistung, Fokus, «Fight or Flight»

hilfreich bei Herausforderungen, Gefahr, Bewegung, Fokussierung.

und

Dem Parasympathikus

welcher zuständig ist für Ruhe, Regeneration, Verdauung, Heilung, «Rest & Digest» (Ruhe & Verdauung) und wird vom Vagusnerv, unserem wichtigsten Entspannungsnerv (dem 10. Hirn-Nerv) getragen.


Gesundheit entsteht nicht durch das Abschalten des Sympathikus, sondern durch die Fähigkeit flexibel zwischen Aktivierung und Entspannung zu wechseln.



Resilienz bedeutet:


«Ich kann aktiv sein und wieder sanft werden.» «Ich kann mich fordern und mich danach wieder regulieren.»


Der Vagusnerv :: Dein innerer Anker

Der Vagusnerv verbindet Gehirn, Herz, Lunge, Verdauung und Stimme. Er reagiert auf:

  • Atemrhythmus

  • Bewegung

  • Berührung

  • Stimme & Klang

  • soziale Verbindung


Wenn der Vagusnerv gut stimuliert wird, fühlen wir uns:

  • sicherer

  • verbundener

  • ruhiger

  • emotional stabiler


Wie Yoga unser Nervensystem reguliert

Yoga wirkt direkt auf den Parasympathikus:

  • langsame, fliessende Bewegungen

  • bewusste, verlängerte Ausatmung

  • Bodenkontakt und Halt

  • sanfte Mobilisation & Faszienarbeit


Yoga sagt dem Nervensystem:

«Du bist sicher. Du darfst loslassen.»


Gerade im Winter und zu Jahresbeginn ist das heilsam, wenn die Natur noch ruht und Kraft sammelt.


Wie Modern Dance unser Nervensystem stärkt

Modern Dance wirkt anders und ist genauso wichtig:

  • rhythmische, kreative Bewegung

  • Ausdruck von Emotionen

  • Flow-Zustände

  • soziale Resonanz in der Gruppe


Tanz hilft, Stressenergie abzubauen, ohne sie zu unterdrücken. Er reguliert den Sympathikus durch Bewegung und führt danach oft ganz natürlich in einen überaus zufriedenen Entspannungszustand.


Tanzen bedeutet:

«Ich bin lebendig. Ich bin im Moment. Ich darf genau so sein wie ich bin.»



Was wirklich wirkt :: Einfach, aber konsequent


Statt extremer Vorsätze braucht unser Nervensystem Verlässlichkeit.

1. Kehre zurück zu deinen Routinen

Nicht alles neu. Sondern das, was dir bereits Halt gibt.


2. Iss genügend Eiweiss

Für Muskeln, Nerven, Hormone, Stabilität. Gesunde, eiweissreiche Nahrung ist Nervensystempflege. (Siehe ganz unten für Rezept-Ideen)


3. Bleib in Bewegung, sanft & kraftvoll

Yoga, Tanz, Krafttraining mit dem Theraband oder Franklin-Band. Bewegung stärkt Knochen, kurbelt den Stoffwechsel an und wirkt regulierend auf unseren Hormonhaushalt. Und wirkt präventiv!


4. Sorge für ausreichend Schlaf

Schlaf ist kein Luxus. Er ist die wichtigste Regenerationsquelle für dein Nervensystem.

Gehe regelmässig zur selben Zeit am idealsten vor 10:00 ins Bett und stehe zwischen 06:00 und 07:00 auf. (Je nach Biorhythmus kann das auch deutlich später sein, sowohl die Zubettzeit, als auch die Aufstehzeit)


5. Verbringe Zeit mit Menschen die dir guttun

Co-Regulation ist essenziell. Unser Nervensystem heilt in Verbindung mit Menschen die uns wohl tun.


Routinen regulieren :: ganz leise und wirkungsvoll

Was wir regelmässig tun, unterstützt unser Nervensystem auf mehreren Ebenen:

  • Aktion & Regeneration wechseln sich ab

  • Der Sympathikus darf aktivieren

  • Der Parasympathikus darf wieder übernehmen


Routinen signalisieren unserem Wunderwerk Körper:

«Du weisst, was kommt. Du bist sicher.»


Das ist echte Resilienz. Es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um verlässlich, stärkend, verbindend.


Gemeinschaft als Nervensystem-Anker

Ein oft unterschätzter Faktor für Regulation ist Zugehörigkeit.

Ich schätze die tanzmunter-Family von ganzem Herzen. Nebst meinen Freundinnen ist diese Community meine Wahl-Familie.


In diesem Raum entsteht weit mehr als Bewegung:

  • Er schenkt uns Halt & Sicherheit

  • Er ermöglicht uns Co-Regulation

  • Er nährt unsere Fürsorge & unser Wohlbefinden

  • Er bringt Gleichgesinnte zusammen


Gemeinsam zu tanzen, Yoga zu üben, zu flowen, zu wirbeln, zu lachen. Das beruhigt unser Nervensystem auf einer tiefen, ganzheitlichen Ebene.

Wir sind nicht dafür gemacht, alles allein zu regulieren. Gemeinschaft die uns wohl tut ist Medizin.


Sicherheit statt Selbstoptimierung

Das alles stärkt dich:

  • körperlich

  • hormonell

  • emotional


Deine Routinen, sowie Yogapraxis und Modern Dance fördern Glückshormone, Erdung und innere Stabilität. Nicht durch Verzicht wie bei gewissen Vorsätzen und Diäten, sondern durch (Selbst-)Zuwendung.


Vielleicht ist dieser Jahresbeginn keine Zeit des «Losgaloppierens» (Jahr des Pferdes im chinesischen Tierkreiszeichen). Sondern eine Einladung, eine wohltuende, stärkende Basis zu schaffen, um dann von dort aus in Klarheit und Weisheit ins Handeln zu kommen.



Last but not least:

Eiweissreiche Ernährung :: Nervensystempflege von innen

(inspiriert von der Glucose-Goddess-Philosophie)



Ein stabiler Blutzucker ist ein grosser Verbündeter unseres Nervensystems. Eiweissreiche, ausgewogene Mahlzeiten helfen Stressreaktionen abzufedern und unsere Energie konstant zu halten.


Beispiele für...

Frühstück

  • Naturjoghurt / Sojajoghurt oder Skyr mit Nüssen, Kernen & Beeren oder anderer Frucht (kein Honig, kein Ahornsirup)

  • oder 2 Eier (Omelett) mit Gemüse (& Feta), etwas Olivenöl

👉 zuerst Eiweiss & Fett, dann Kohlenhydrate


Imbiss

  • Handvoll Nüsse

  • Hüttenkäse oder veganes Sojajoghurt

  • Apfel mit Nussmus (ungesüsst!)


Mittagessen

  • viel Gemüse

  • Salatsauce mit Öl & Säure (Essig)

  • Linsen, Kichererbsen oder Fisch

  • etwas Reis oder Kartoffeln

  • Dessert (gleich unmittelbar nach dem Mittagessen, nicht zwischendurch wegen Pankreas/Blutzuckerspitze)

👉 immer zuerst Gemüse, dann Eiweiss & Fett, dann Kohlenhydrate


Abendessen

  • Ofengemüse mit Tofu, Tempeh oder Ei

  • Suppe mit Hülsenfrüchten

  • leicht, warm, nährend

Vielleicht probierst du mal ein paar Tage ein herzhaftes Frühstück, anstatt Süsses (Brütli / Brot mit Confi oder gesüsste Crunchy Müesli) aus und schaust, ob du weniger Heisshungerattacken oder Gluscht auf Süsses hast :-)? Schreibe oder erzähl mir dann gerne von deiner Erfahrung, ich bin gespannt :-)



Fazit: Sanft starten und verbunden bleiben

Vielleicht ist dieser Jahresbeginn kein Neustart im Aussen zum Posten und zeigen. Sondern ein Wieder-Ankommen im Inneren.

Mit Routinen, die tragen. Mit Bewegung, die stärkt. Mit Menschen, die zusammenhalten.

So entsteht Sicherheit. Und aus Sicherheit wächst Kraft.


So schön, dass du da bist!

Ich freue mich, dich in meinen Stunden und Angeboten zu sehen.


Herzlichst

Martina

tanzmunter :: soulful dance & yoga



 
 
 

Kommentare


bottom of page