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Yoga Sutra :: Der achtgliedrige Pfad von Patanjali

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Die jahrhundertealte Praxis des Yoga ist weit mehr als die körperliche Übung, die wir in der modernen Zeit kennen. Das Wort «Yoga» bedeutet Vereinigung von Körper, Geist und Seele. Wenn man genauer auf die Ursprünge des Yoga schaut, stellt man fest, dass es eine Einladung ist, die Schleier zu lüften, die die tiefsten Aspekte unseres Wesens verhüllen.

Yoga bietet uns die Möglichkeit, uns von innen heraus kennenzulernen – und dieses Erkennen basiert nicht auf unseren Positionen, Titeln, Besitztümern oder Erfolgen. Das steht im Gegensatz zu dem, was uns die Gesellschaft lehrt. Das macht die Erkundung der alten Lehren so tiefgründig.


Der Weise Patanjali soll die acht Glieder des Yoga entwickelt haben:


  • Yamas - der Umgang mit der Umwelt

  • Niyamas - der Umgang mit uns selbst

  • Asana - der Umgang mit dem Körper

  • Pranayama - der Umgang mit dem Atem

  • Pratyahara - der Umgang mit den Sinnen

  • Dharana - Konzentration

  • Dhyana - Meditation und

  • Samadhi - das Höchste, die innere Freiheit


Das erste Glied ist als Yama bekannt, was die Regeln sozialen Verhaltens bedeutet. Diese Regeln sind eigentlich Leitlinien dafür, wie man am besten im Leben auftreten kann, wie wir mit anderen und der Gesellschaft interagieren können.


Während das über Jahrhunderte/oder Jahrtausende weitergegebene Wissen ursprünglich in Zeiten etabliert wurde, die sich von unserem heutigen Lebensstil sehr unterscheiden , ist die Ethik immer noch gültig und kann leicht auf unsere moderne Welt angewendet werden. Lass uns die fünf Komponenten erkunden, die den Yama ausmachen:

  1. Ahimsa oder Gewaltlosigkeit: Jeder Gedanke, jedes Wort und jede Handlung entspringt einem Ort der Liebe und des Gleichgewichts für alle fühlenden Wesen, unseren Planeten und die gesamte Schöpfung. Wenn wir aus einem Ort der Liebe in unseren Gedanken, Worten und Handlungen kommen, kann es keine Gewaltakte geben. Das ist das Ideal, aber in unserem Alltag kaum möglich ;-)

  2. Satya oder Wahrhaftigkeit: Das zweite Yama befasst sich mit den Themen Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Treue und Loyalität. Satya bedeutet wahrhaftig sein, die Wahrheit sprechen. Das bedeutet nicht, dass wir alles sagen sollten, was uns durch den Kopf geht, nur weil wir es denken. Es bedeutet, dass wir unsere Wahrheit bedacht und zweckmässig sprechen sollten. So beinhaltet Satya auch den bewussten Umgang mit Worten.

  3. Asteya oder nicht stehlen: Asteya bedeutet nicht stehlen und nicht betrügen. Nichts nehmen, was einem nicht gehört, sowohl Dinge, wie auch geistiges Eigentum.

  4. Brahmacharya oder frei von Süchten: Dieses Yama wird oft mit Zölibat verwechselt. Es lädt uns genauer ein, eine gesunde Expression sexueller Energie zu praktizieren. "Brahmacharya" heisst wörtlich übersetzt: Verhalten, das zu Brahman führt, es meint ein Verhalten. Das 4. Yama lädt uns ein, zu einer Zufriedenheit zu gelangen, die nicht von Konsum und Besitztümern abhängig ist. Gemeint ist auch, dass wir keine Energie verschwenden sollen, weder unsere eigene, noch die Ressourcen unseres wundervollen Planeten Erde. Ein umsichtiges und nachhaltiges Leben führen ist die Einladung hier.

  5. Aparigraha oder Grosszügigkeit / Bescheidenheit: Bei diesem Yama geht es darum, Menschen nicht auszunutzen oder nur das anzunehmen, was angemessen ist und nicht besitzergreifend zu sein. Besitz kann unter Umständen eine grosse Last bedeuten. Auch bei Belohnungen oder Geschenken soll ein:e Yogi:ni zurückhaltend sein, da dadurch beispielsweise Verpflichtungen entstehen können.

  • Ziel von Yoga und damit der Yama ist die Entwicklung von innerer Ruhe (nirodha, YogaSutra 1.2) und Klarheit im Geist (Viveka, YogaSutra 2.26/3.54/4.26)

  • Dieser ruhige geistige Zustand ist notwendig, um den Bewusstseinszustand von Samadhi (YS 1.46, 2.25), wie das allumfassende Bewusstsein und die innere Freiheit in Sanskrit heisst, erfahren zu können

  • Die Yama erheben keinen moralischen Anspruch


«Yama erfordert nicht von uns, perfekt zu sein. Diese Leitlinien bieten eine wertvolle und lohnenswerte Roadmap, die uns helfen kann, evolutionärere Denk-, Lebens- und Handlungsweisen zu fördern. Jede:r von uns hat ein angeborenes Wissen – sei es bewusst oder unbewusst – dass wir ein Teil von etwas Grösserem sind als wir selbst. Der Yama fordert uns auf, unser Verhalten auf einer tieferen Ebene zu erkunden und Entscheidungen zu treffen, die ein grösseres Potenzial für uns als Individuen und für andere entfalten.

Wir werden aufgefordert, nach einem höheren Massstab zu leben. Wenn wir diesem Ruf folgen, haben wir die Gelegenheit, ein Beispiel dafür zu werden, wie man aus einem Ort spontanen, richtigen Handelns handeln kann.» - Deepak Chopra


Buchtipp: Patanjalis Yogasutra von Ralph Skuban


Quelle: Yogasutra von Ralph Skuban, Leben in Fülle von Deepak Chopra und weitere: Anne Trökes, Helga Brinkmann





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